Bürger für Stralsund/FDP/VR+ fordert vom Landkreis einen aktuellen Krisen- und Blackout-Check
Vorpommern-Rügen muss nach Auffassung der Fraktion Bürger für Stralsund/FDP/VR+ seine Vorsorge für länger andauernde Krisenlagen deutlich stärker in den Mittelpunkt rücken. Die Fraktion hat deshalb eine Anfrage an Landrat Dr. Stefan Kerth vorbereitet, mit der sie einen konkreten Überblick über die Krisenfestigkeit des Landkreises verlangt.
„Katastrophenschutz beginnt nicht erst dann, wenn die Katastrophe eingetreten ist. Wir müssen vorher wissen, was funktioniert, wenn Strom, Mobilfunk und Internet plötzlich nicht mehr funktionieren“, erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Mathias Löttge.
Die Fraktion will unter anderem wissen, wie lange die Kreisverwaltung und die integrierte Leitstelle bei einem großflächigen Stromausfall arbeitsfähig bleiben, welche Einrichtungen über ausreichende Notstromversorgung verfügen und wie die Bevölkerung bei einem gleichzeitigen Ausfall digitaler Kommunikationswege gewarnt und informiert werden kann.
„Wir wollen keine theoretischen Berichte, sondern belastbare Antworten. Entscheidend ist, was im Ernstfall tatsächlich funktioniert“, so Löttge.
Fraktionsvorsitzender Gerd Scharmberg sieht insbesondere bei einem Flächenlandkreis wie Vorpommern-Rügen besondere Herausforderungen: „Wir haben Inseln, Küstengebiete, große Entfernungen und gleichzeitig eine erhebliche touristische Belastung. Ein länger andauernder Ausfall der Infrastruktur hätte hier ganz andere Dimensionen als in einer dicht besiedelten Großstadt.“
Die Fraktion fordert deshalb auch Informationen darüber, wie die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser, Lebensmitteln, Medikamenten und Treibstoff bei einer länger andauernden Krisenlage sichergestellt werden kann und welche Vorkehrungen für besonders schutzbedürftige Menschen bestehen.
Besondere Bedeutung gewinnt die Anfrage nach Auffassung der Fraktion durch das im Juli 2026 verabschiedete neue Landeskatastrophenschutzgesetz. Dieses stärkt ausdrücklich Vorsorge, Führungs- und Kommunikationsstrukturen sowie die Einsatzfähigkeit im Katastrophenfall.
„Neue gesetzliche Anforderungen sind gut. Entscheidend ist aber, dass sie vor Ort auch mit Leben erfüllt werden“, erklärt Thomas Haack, stellvertretender Fraktionsvorsitzender. „Wir erwarten deshalb vom Landkreis eine ehrliche Bestandsaufnahme und vor allem einen konkreten Fahrplan, wo nachgebessert werden muss.“
Die Fraktion will außerdem wissen, wann zuletzt ein länger andauernder Strom- oder Infrastrukturausfall praktisch geübt wurde und welche Konsequenzen aus den dabei gewonnenen Erkenntnissen gezogen wurden.
„Unser Ziel ist keine Panikmache. Unser Ziel ist, dass die Menschen in Vorpommern-Rügen darauf vertrauen können, dass der Landkreis auch in einer außergewöhnlichen Krisensituation handlungsfähig bleibt“, betont Löttge.
Fraktion BfS/FDP/VR+
Kreistag Vorpommern-Rügen
