Vorpommern-Rügen. Die Fraktion Bürger für Stralsund/FDP/VR+ im Kreistag Vorpommern-Rügen will wissen, wie sich der demografische Wandel bis 2035 auf die Infrastruktur und die Daseinsvorsorge im Landkreis auswirken wird. Mit einer Anfrage an den Landrat fordert die Fraktion konkrete Prognosen und Informationen über daraus abgeleitete Planungen.
„Wir müssen heute darüber sprechen, welche Strukturen wir morgen noch brauchen“, erklärt Fraktionsvorsitzender Gerd Scharmberg. „Sinkende Kinderzahlen und eine älter werdende Bevölkerung werden Auswirkungen auf Schulen, Kitas, Pflege, Mobilität und viele andere Bereiche haben. Darauf muss ein Landkreis rechtzeitig reagieren.“
Nach Auffassung der Fraktion darf dabei nicht nur die Entwicklung des gesamten Landkreises betrachtet werden.
„Vorpommern-Rügen ist ein großer und sehr unterschiedlich strukturierter Flächenkreis“, sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Mathias Löttge. „Was in einer Region funktioniert, kann in einer anderen bereits zu völlig anderen Problemen führen. Deshalb brauchen wir eine Betrachtung der einzelnen Regionen und konkrete Aussagen darüber, wo künftig Überkapazitäten und wo zusätzliche Bedarfe entstehen.“
Die Fraktion möchte unter anderem wissen, welche Bevölkerungsentwicklung bis 2035 erwartet wird und welche Folgen daraus für Schulen, Kindertagesbetreuung, ÖPNV, Pflege und weitere Bereiche der Daseinsvorsorge entstehen.
„Demografische Entwicklung bedeutet auch finanzielle Entwicklung“, ergänzt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Thomas Haack. „Wenn sich die Bevölkerungsstruktur verändert, müssen wir frühzeitig wissen, welche Infrastruktur angepasst, erweitert oder möglicherweise auch zurückgebaut werden muss. Sonst entstehen Kosten für Strukturen, die langfristig nicht mehr dem tatsächlichen Bedarf entsprechen.“
Die Fraktion fordert deshalb vom Landrat eine transparente Darstellung der vorhandenen Prognosen und der daraus abgeleiteten Maßnahmen.
„Wir wollen keine kurzfristigen Einzelentscheidungen, sondern eine belastbare Perspektive für die kommenden zehn Jahre“, so Gerd Scharmberg. „Nur wer die demografische Entwicklung kennt und ernst nimmt, kann die Daseinsvorsorge im gesamten Landkreis dauerhaft sichern.“
Fraktion BfS/FDP/VR+
Kreistag Vorpommern-Rügen
