Bürger für Stralsund/FDP/VR+ fordert vom Landkreis eine Bestandsaufnahme und konkreten Einsatz für unterversorgte Regionen
Funklöcher gehören auch im Jahr 2026 in Teilen des Landkreises Vorpommern-Rügen noch zum Alltag. Für die Fraktion Bürger für Stralsund/FDP/VR+ ist das angesichts der zunehmenden Bedeutung mobiler Kommunikation nicht länger hinnehmbar.
„Wir reden seit Jahren über moderne Infrastruktur und gleichwertige Lebensverhältnisse. Dann darf es aber nicht davon abhängen, ob man in einer größeren Stadt oder in einem kleinen Ortsteil lebt, ob das Handy zuverlässig funktioniert“, erklärt Fraktionsvorsitzender Gerd Scharmberg.
Die Fraktion hat deshalb eine Anfrage an den Landrat gestellt. Sie möchte wissen, wo im Landkreis weiterhin relevante Versorgungslücken bestehen, wie viele Beschwerden hierzu bekannt sind und welche konkreten Maßnahmen der Landkreis gegenüber Mobilfunkunternehmen, Land und Bund ergriffen hat.
„Vorpommern-Rügen ist ein Flächenkreis. Gerade deshalb brauchen wir eine genaue Betrachtung der tatsächlichen Situation vor Ort und dürfen uns nicht allein auf theoretische Versorgungskarten verlassen“, sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Mathias Löttge. „Entscheidend ist, ob die Menschen in einem Ort tatsächlich telefonieren und Daten übertragen können – und nicht, ob auf einer Karte irgendwo eine theoretische Netzabdeckung ausgewiesen wird.“
Nach Auffassung der Fraktion ist eine zuverlässige Mobilfunkversorgung längst Bestandteil der grundlegenden Infrastruktur. Das gelte für Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für Unternehmen, Landwirtschaft und Tourismus.
Besonders wichtig sei der Aspekt der Sicherheit. „Wenn Menschen in einem abgelegenen Bereich einen Notruf absetzen müssen, darf ein Funkloch nicht zum Sicherheitsrisiko werden“, erklärt Thomas Haack, stellvertretender Fraktionsvorsitzender. „Auch für Feuerwehren, Rettungsdienste und andere Einsatzkräfte ist eine funktionierende Kommunikation unverzichtbar.“
Die Fraktion fordert deshalb vom Landkreis, bestehende Versorgungslücken systematisch zu erfassen und gegenüber den zuständigen Stellen mit Nachdruck auf deren Beseitigung hinzuwirken.
„Wir erwarten vom Landkreis, dass er die Interessen seiner Städte und Gemeinden gegenüber Mobilfunkunternehmen und übergeordneten Ebenen deutlich vertritt“, so Scharmberg. „Gerade im ländlichen Raum darf sich niemand damit abfinden, dass Funklöcher einfach zum Normalzustand erklärt werden.“
Für die Fraktion geht es dabei ausdrücklich nicht nur um die Verbesserung des Netzes in den touristischen Zentren. Auch kleinere Ortsteile, Verkehrswege und dünn besiedelte Regionen müssten berücksichtigt werden.
„Gleichwertige Lebensverhältnisse bedeuten auch, dass moderne Kommunikation nicht an der Gemeindegrenze endet“, so Löttge.
Fraktion BfS/FDP/VR+
Kreistag Vorpommern-Rügen
