Bürger für Stralsund/FDP/VR+ will wissen, welchen konkreten Nutzen die Digitalisierung Bürgern und Landkreis bringt
Die Fraktion Bürger für Stralsund/FDP/VR+ im Kreistag Vorpommern-Rügen fordert von der Kreisverwaltung eine transparente Bilanz ihrer Digitalisierungsmaßnahmen. Entscheidend sei nicht die Zahl angekündigter Projekte, sondern ob Verwaltungsleistungen tatsächlich vollständig digital, schneller und wirtschaftlicher erbracht werden.
„Digitalisierung darf kein Selbstzweck sein und schon gar nicht darin bestehen, dass ein Papierformular zusätzlich als PDF im Internet verfügbar ist“, erklärt Fraktionsvorsitzender Gerd Scharmberg. „Wir wollen wissen, was die Digitalisierung tatsächlich bewirkt: Wie viele Verfahren sind vollständig digital? Wie stark werden sie genutzt? Und welche Kosten und Einsparungen stehen dahinter?“
Mit einer Anfrage an den Landrat will die Fraktion unter anderem erfahren, welche Verwaltungsleistungen derzeit vollständig digital abgewickelt werden können und wie hoch deren tatsächliche Nutzung ist.
„Für die Bürgerinnen und Bürger muss Digitalisierung vor allem eines bringen: weniger Wege, weniger Bürokratie und schnellere Entscheidungen“, sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Mathias Löttge. „Gerade in unserem großen Flächenkreis kann das ein erheblicher Vorteil sein. Wenn nach einem Online-Antrag trotzdem Unterlagen in Papierform nachgereicht oder persönliche Vorsprachen erforderlich werden, bleibt der digitale Fortschritt begrenzt.“
Darüber hinaus möchte die Fraktion wissen, welche wesentlichen Digitalisierungsvorhaben seit 2024 umgesetzt wurden, welche Kosten dabei entstanden sind und welche messbaren Effizienzgewinne erzielt werden konnten.
„Angesichts der angespannten Haushaltslage können wir uns Digitalisierung ohne Erfolgskontrolle nicht leisten“, betont Thomas Haack, stellvertretender Fraktionsvorsitzender. „Wenn Steuergeld für Software, Technik und externe Dienstleistungen ausgegeben wird, muss nachvollziehbar sein, welchen konkreten Nutzen diese Investitionen haben.“
Nach Auffassung der Fraktion muss die Kreisverwaltung künftig stärker anhand messbarer Ergebnisse bewertet werden. Dazu gehörten unter anderem Bearbeitungszeiten, tatsächliche Nutzungsquoten, Einsparungen und der Anteil vollständig digital erledigter Verwaltungsverfahren.
„Wir sind ausdrücklich für eine moderne und leistungsfähige Verwaltung“, stellt Scharmberg klar. „Aber Digitalisierung muss die Verwaltung einfacher, schneller und wirtschaftlicher machen. Genau daran sollte sie sich messen lassen.“
Die Fraktion erwartet vom Landrat deshalb eine transparente Darstellung des aktuellen Digitalisierungsstands sowie konkrete und überprüfbare Ziele für die kommenden Jahre.
„Am Ende zählt nicht, wie viele Digitalisierungsprojekte auf einer Liste stehen“, sagt Löttge. „Entscheidend ist, ob die Bürgerinnen und Bürger davon tatsächlich etwas merken. Wir fordern deshalb klare Kennzahlen, regelmäßige Erfolgskontrollen und einen verbindlichen Fahrplan für eine Digitalisierung, die im Alltag ankommt.“
Fraktion BfS/FDP/VR+
Kreistag Vorpommern-Rügen
