Bürger für Stralsund/FDP/VR+ im Kreistag Vorpommern-Rügen fordert konsequenteres Vorgehen gegen die Zweckentfremdung von Wohnraum
Die zunehmende Umwandlung von dauerhaftem Wohnraum in Ferienwohnungen entwickelt sich in vielen touristisch geprägten Gemeinden des Landkreises Vorpommern-Rügen zu einer immer größeren Herausforderung. Gerade in den Ostseebädern und auf den Inseln wird Wohnraum für Einheimische, Familien und Beschäftigte dringend benötigt. Aktuelle Diskussionen im Ostseebad Binz zeigen erneut, dass der Schutz von Dauerwohnraum und der Umgang mit möglicherweise unzulässigen Ferienwohnnutzungen stärker in den Fokus gerückt werden müssen. (tagesschau.de)
Die Kreistagsfraktion Bürger für Stralsund/FDP/VR+ fordert deshalb ein konsequenteres Vorgehen des Landkreises als zuständige Bauaufsichtsbehörde. „Tourismus ist für unsere Region unverzichtbar. Aber Tourismus darf nicht dazu führen, dass die Menschen, die hier leben und arbeiten, immer weniger Chancen haben, bezahlbaren Wohnraum zu finden“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Gerd Scharmberg.
Nach Auffassung der Fraktion muss der Landkreis transparenter darstellen, wie viele Verfahren wegen möglicherweise rechtswidriger Umwandlungen von Wohnraum in Ferienwohnungen geführt werden und welche Maßnahmen daraus folgen. „Es reicht nicht aus, nur auf Hinweise einzelner Bürgerinnen und Bürger oder Gemeinden zu reagieren. Wir brauchen ein aktives Vorgehen und eine enge Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Kommunen“, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Mathias Löttge.
Auch die Auswirkungen auf die medizinische und soziale Versorgung der Region müssen stärker berücksichtigt werden. „Wir brauchen Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte und Beschäftigte in allen Bereichen der Daseinsvorsorge. Wenn diese Menschen keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden, wird es zunehmend schwieriger, die Versorgung in unserem Landkreis dauerhaft sicherzustellen“, erklärt Kreistagsmitglied Dr. Carmen Kannengiesser.
Die Fraktion sieht insbesondere die touristischen Schwerpunktorte vor einer schwierigen Entwicklung. Während neue Ferienunterkünfte wirtschaftliche Interessen bedienen, verschärft sich gleichzeitig die Wohnraumsituation für Menschen, die in der Region leben und arbeiten. „Unsere Gemeinden brauchen Pflegekräfte, Handwerker, Beschäftigte im Tourismus und junge Familien. Wohnraum ist deshalb längst nicht mehr nur eine soziale Frage, sondern eine zentrale Zukunftsfrage für unseren Landkreis“, betont Mathias Löttge.
Die Fraktion fordert daher eine klare Bestandsaufnahme, eine konsequente Prüfung von Verdachtsfällen und eine bessere Unterstützung der Kommunen beim Schutz von Dauerwohnraum. „Wir müssen einen Ausgleich zwischen touristischer Entwicklung und den berechtigten Interessen der Bevölkerung schaffen. Akzeptanz für den Tourismus entsteht nur dann, wenn die Menschen vor Ort nicht zu Verlierern dieser Entwicklung werden“, erklärt Gerd Scharmberg abschließend.
Bürger für Stralsund/FDP/VR+ im Kreistag Vorpommern-Rügen wird das Thema weiter begleiten und die Kreisverwaltung im Rahmen einer Anfrage um konkrete Informationen zu ihrem Vorgehen bitten.
Fraktion BfS/FDP/VR+
Kreistag Vorpommern-Rügen
