Mit wachsender Sorge blickt die Fraktion Bürger für Stralsund/FDP/VR+ im Kreistag Vorpommern-Rügen auf die Entwicklung des Wohnungsmarktes im Landkreis. Insbesondere in den touristisch geprägten Regionen wird es für Familien, Auszubildende, junge Menschen, Senioren und Fachkräfte zunehmend schwieriger, bezahlbaren Wohnraum zu finden.
„Wohnen gehört zu den Grundbedürfnissen der Menschen. Es kann nicht sein, dass Einheimische in ihrer Heimatregion immer größere Schwierigkeiten haben, eine bezahlbare Wohnung oder ein erschwingliches Eigenheim zu finden. Hier besteht dringender Handlungsbedarf“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Gerd Scharmberg. Nach Auffassung der Fraktion haben steigende Baukosten, hohe Finanzierungskosten, umfangreiche bürokratische Vorgaben und die zunehmende Konkurrenz um Wohnraum die Situation in vielen Gemeinden des Landkreises in den vergangenen Jahren deutlich verschärft.
Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Mathias Löttge verweist darauf, dass die Wohnraumfrage längst weit über die reine Sozialpolitik hinausgehe. „Viele Arbeitgeber suchen händeringend Fachkräfte. Gleichzeitig scheitert die Gewinnung neuer Mitarbeiter immer häufiger daran, dass geeigneter und bezahlbarer Wohnraum fehlt. Die Wohnraumfrage ist deshalb längst auch eine Frage der wirtschaftlichen Entwicklung unseres Landkreises.“ Wer Fachkräfte gewinnen und halten wolle, müsse dafür sorgen, dass diese vor Ort auch eine Perspektive zum Wohnen finden.
Besonders aufmerksam beobachtet die Fraktion die Entwicklung in den touristisch geprägten Regionen des Landkreises. Kreistagsmitglied Jörg Burwitz erklärt hierzu: „Wir müssen sehr genau beobachten, welche Auswirkungen die zunehmende Nutzung von Immobilien als Ferienwohnungen oder Zweitwohnsitze auf die Verfügbarkeit von Wohnraum für die einheimische Bevölkerung hat. Tourismus und Wohnraumversorgung dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Es braucht jedoch ein ausgewogenes Verhältnis, damit unsere Gemeinden auch künftig lebendige Orte zum Wohnen und Arbeiten bleiben.“
Auch der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Thomas Haack sieht dringenden Handlungsbedarf. „Die Städte und Gemeinden können die Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt nicht allein bewältigen. Es braucht verlässliche Förderprogramme, weniger Bürokratie und mehr Handlungsspielräume, damit neuer Wohnraum überhaupt entstehen kann.“ Gerade kleinere Kommunen stoßen bei der Ausweisung und Entwicklung neuer Wohnbauflächen häufig an finanzielle und rechtliche Grenzen.
Vor diesem Hintergrund wird die Fraktion Bürger für Stralsund/FDP/VR+ das Thema im Kreistag aufgreifen und den Landrat um eine umfassende Darstellung der aktuellen Wohnraumsituation sowie möglicher Handlungsoptionen bitten. Dabei sollen insbesondere die Auswirkungen auf Familien, Senioren, Auszubildende, Arbeitnehmer sowie die Fachkräftegewinnung im Landkreis näher beleuchtet werden.
Abschließend betont Gerd Scharmberg: „Wer die Zukunft unseres Landkreises sichern will, muss auch dafür sorgen, dass Menschen hier wohnen können. Bezahlbarer Wohnraum ist eine entscheidende Voraussetzung für soziale Stabilität, wirtschaftliche Entwicklung und lebenswerte Gemeinden.“ Die Fraktion spricht sich deshalb für verstärkte Anstrengungen zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, eine bessere Förderung des Wohnungsbaus, den Abbau unnötiger bürokratischer Hemmnisse und eine stärkere Berücksichtigung der besonderen Herausforderungen touristischer Regionen aus. Bezahlbarer Wohnraum sei und bleibe eine der zentralen Zukunftsfragen für den Landkreis Vorpommern-Rügen.
Fraktion BfS/FDP/VR+
Kreistag Vorpommern-Rügen
