Die Berichte über massive Unterrichtsausfälle am Gymnasialen Schulzentrum Barth sind ein weiteres alarmierendes Beispiel für die zunehmend angespannte Situation an den Schulen in Mecklenburg-Vorpommern. Wenn Eltern von mehr als 200 ausfallenden Unterrichtsstunden pro Woche berichten und fachfremder Unterricht zur Regel statt zur Ausnahme wird, dann handelt es sich längst nicht mehr um einzelne organisatorische Probleme, sondern um ein strukturelles Versagen der Bildungspolitik des Landes.
Die Fraktion Bürger für Stralsund/FDP/VR+ im Kreistag Vorpommern-Rügen zeigt sich über die Entwicklung zutiefst besorgt und fordert von der Landesregierung endlich wirksame Maßnahmen gegen den anhaltenden Lehrermangel.
Fraktionsvorsitzender Gerd Scharmberg erklärt:
„Wer die Sorgen der Eltern und Schülerinnen und Schüler ernst nimmt, kann die Situation nicht einfach wegdiskutieren. Unterrichtsausfall, fachfremde Vertretungen und unbesetzte Stellen beeinträchtigen die Bildungsqualität erheblich. Die Landesregierung verweist regelmäßig auf Einstellungszahlen, verschweigt aber, dass an vielen Schulen weiterhin erhebliche Personalengpässe bestehen und der Unterricht nur mit Notlösungen aufrechterhalten werden kann.“
Trotz wiederholter Ankündigungen der Landesregierung bleibt der Lehrermangel insbesondere im ländlichen Raum eine der größten Herausforderungen für das Bildungssystem. Zahlreiche Stellen können nicht dauerhaft besetzt werden, während gleichzeitig eine große Zahl von Lehrkräften in den kommenden Jahren altersbedingt ausscheiden wird. Die Folgen sind für Schülerinnen, Schüler und Eltern längst spürbar.
Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Mathias Löttge kritisiert insbesondere die Auswirkungen auf die Region Vorpommern-Rügen:
„Gerade in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern und insbesondere in unserem Landkreis dürfen Schulen außerhalb der großen Zentren nicht zu Verlierern der Bildungspolitik werden. Familien erwarten zu Recht eine verlässliche Unterrichtsversorgung. Wer immer wieder Unterricht ausfallen lässt oder fachfremd ersetzen muss, gefährdet die Chancengleichheit unserer Kinder.“
Besonders kritisch sieht die Fraktion, dass sich die Probleme seit Jahren abzeichnen, ohne dass nachhaltige Lösungen erkennbar sind. Unterrichtsausfälle, Zusammenlegungen von Lerngruppen und eine zunehmende Belastung der vorhandenen Lehrkräfte sind vielerorts zur Normalität geworden.
Brunhild Steinmüller, sachkundige Einwohnerin im Bildungsausschuss des Kreistages Vorpommern-Rügen, erklärt:
„Die Leidtragenden dieser Entwicklung sind vor allem die Schülerinnen und Schüler. Bildung darf nicht vom Wohnort abhängen. Wer Kindern und Jugendlichen Zukunftschancen eröffnen will, muss dafür sorgen, dass Unterricht zuverlässig stattfindet und qualifizierte Lehrkräfte in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen. Die aktuelle Entwicklung erfüllt viele Eltern mit Sorge – und das völlig zu Recht.“
Die Fraktion fordert die Landesregierung auf, die Ausbildungskapazitäten für Lehrkräfte deutlich auszubauen, Schulen im ländlichen Raum gezielt zu stärken, Seiteneinsteiger besser zu qualifizieren, bürokratische Belastungen zu reduzieren und die Attraktivität des Lehrerberufs nachhaltig zu erhöhen.
Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Thomas Haack erklärt abschließend:
„Die Menschen haben ein Recht auf Ehrlichkeit. Wenn Eltern vor Ort erleben, dass Unterricht ausfällt und Lehrkräfte fehlen, dann helfen keine statistischen Beschönigungen. Mecklenburg-Vorpommern braucht endlich eine Bildungspolitik, die Probleme löst, statt sie zu verwalten. Unsere Kinder verdienen die bestmögliche Bildung – und nicht das Prinzip Hoffnung.“
Die Fraktion Bürger für Stralsund/FDP/VR+ wird die Entwicklung an den Schulen des Landkreises weiterhin aufmerksam begleiten und erwartet von Landesregierung und Bildungsministerium konkrete Maßnahmen, um die Unterrichtsversorgung dauerhaft sicherzustellen und den Lehrermangel wirksam zu bekämpfen.
Fraktion BfS/FDP/VR+
Kreistag Vorpommern-Rügen
