Mit wachsender Entschlossenheit kritisiert die Fraktion Bürger für Stralsund/FDP/VR+ den inzwischen aufgenommenen Betrieb des LNG-Terminals im Hafen Mukran. Bereits wenige Monate nach Inbetriebnahme zeigt sich deutlich, was viele Bürgerinnen und Bürger, Umweltinitiativen und kommunale Vertreter seit Langem befürchtet hatten: Die Anlage wird kaum benötigt, belastet aber dauerhaft Natur, Küstenlandschaft und das Vertrauen der Menschen in Politik und Verwaltung.
„Unsere schlimmsten Befürchtungen bestätigen sich: Das Terminal schadet – aber es nutzt kaum jemandem. Der energiepolitische Nutzen ist marginal, der ökologische und gesellschaftliche Schaden massiv.”
– Dr. Carmen Kannengiesser, Kreistagsmitglied
Zweifel an der Notwendigkeit – Terminal läuft im Leerlauf
Trotz einer groß angelegten politischen und medialen Begleitkampagne zeigt sich bereits im ersten Betriebsjahr: Die Auslastung des LNG-Terminals Mukran ist sehr gering. Die Zahl der Schiffsanläufe bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück, eine durchgehende Versorgungssicherheit wird weder verbessert noch aktiv gesichert.
„Es ist legitim zu fragen: Wurde hier ein Terminal gebaut, weil es gebraucht wird – oder weil man demonstrativ Handlungsfähigkeit zeigen wollte? Die Fakten sprechen für Letzteres.”
– Gerd Scharmberg, Fraktionsvorsitzender
Ein Naturraum geopfert – für ein Projekt ohne nachhaltige Perspektive
Die Fraktion betont, dass der Preis dieses energiepolitischen Experiments hoch ist: Eingriffe in sensible Küsten- und Meeresgebiete, anhaltende ökologische Belastungen und ein langfristiger Vertrauensverlust in eine Politik, die auf zentrale regionale Werte wie Naturschutz, Lebensqualität und Nachhaltigkeit keine Rücksicht nimmt.
„Unsere Natur wurde in Geiselhaft genommen für ein Projekt, dessen Nutzen sich inzwischen in Luft auflöst. Der Greifswalder Bodden ist kein Industriebecken, sondern ein ökologisches Herzstück unserer Region.”
– Jörg Burwitz, Kreistagsmitglied
Ein Angriff auf das touristische Profil der Insel
Mit dem LNG-Terminal verliert Rügen einen weiteren Teil seines Alleinstellungsmerkmals: Ruhe, Ursprünglichkeit, Unversehrtheit. Bereits jetzt mehren sich kritische Stimmen aus der Tourismuswirtschaft, die nicht nur um das äußere Erscheinungsbild der Region fürchten, sondern auch um das Vertrauen der Gäste.
„Wir gefährden nicht nur unsere Umwelt, sondern auch unsere wirtschaftliche Zukunft. Das LNG-Terminal ist ein Fremdkörper in der Tourismusregion Rügen – und ein dauerhafter Imageschaden.”
– Gerd Scharmberg
Forderung: Aufarbeitung, Rückbauperspektive und klare Energiepolitik mit Augenmaß
Die Fraktion Bürger für Stralsund/FDP/VR+ fordert eine unverzügliche Neubewertung der energiepolitischen Notwendigkeit des Terminals unter aktuellen Rahmenbedingungen sowie eine transparente Kosten-Nutzen-Analyse. Zudem braucht es endlich eine politische Aufarbeitung der Entscheidungsprozesse.
„Wenn politische Glaubwürdigkeit wiederhergestellt werden soll, braucht es mehr als bloßes Schönreden. Es braucht Konsequenzen, Kontrolle – und die Bereitschaft, auch einmal Fehler einzugestehen.”
– Dr. Carmen Kannengiesser
gez.
Mathias Löttge
Stellv. Fraktionsvorsitzender
