Die Fraktion Bürger für Stralsund / FDP / VR+ im Kreistag Vorpommern-Rügen kritisiert Überlegungen und Entwicklungen, nach denen Krankenkassen künftig Transportkosten für Patienten nur noch teilweise erstatten könnten.
Hintergrund sind Sparmaßnahmen im System der gesetzlichen Krankenversicherung, das nach Einschätzung der von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken eingesetzten Finanzkommission Gesundheit vor erheblichen Finanzierungslücken steht. Ohne Reformen drohen dem System bereits in wenigen Jahren Defizite in Milliardenhöhe.
In mehreren Regionen zeigt sich bereits, welche Folgen solche Maßnahmen haben können. Dort übernehmen Krankenkassen teilweise nicht mehr die vollständigen Kosten von Rettungs‑ oder Krankentransporten, sondern nur noch Pauschalbeträge. Die Differenz müssten Patientinnen und Patienten selbst tragen.
Der Fraktionsvorsitzende Gerd Scharmberg erklärt dazu:
„Wenn kranke Menschen künftig selbst für den Rettungswagen oder notwendige Krankentransporte zahlen müssen, ist das ein massiver Eingriff in die soziale Absicherung unseres Gesundheitssystems.“
Nach aktuellen Berechnungen können bei Rettungswageneinsätzen bereits Eigenanteile von mehreren hundert Euro entstehen, während Patienten bei Krankentransporten zu wichtigen Behandlungen zusätzliche Kosten tragen müssten.
Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Thomas Haack warnt:
„Niemand darf aus Angst vor einer Rechnung zögern, einen Notruf abzusetzen oder eine medizinisch notwendige Behandlung wahrzunehmen.“
Gerade chronisch kranke Menschen seien besonders betroffen. Viele Patientinnen und Patienten sind regelmäßig auf Krankentransporte angewiesen, etwa bei Dialyse‑ oder Krebstherapien.
Das Kreistagsmitglied Mathias Löttge erklärt:
„Für Menschen im ländlichen Raum sind Krankentransporte oft unverzichtbar. Wenn hier zusätzliche Kosten entstehen, trifft das vor allem ältere und gesundheitlich eingeschränkte Bürger.“
Auch das Kreistagsmitglied Dr. Carmen Kannengiesser sieht erhebliche Risiken für die medizinische Versorgung:
„Gesundheitspolitik darf nicht dazu führen, dass Patienten aus finanziellen Gründen notwendige medizinische Leistungen oder Transporte vermeiden.“
Die Fraktion Bürger für Stralsund / FDP / VR+ fordert daher, dass medizinisch notwendige Transporte weiterhin vollständig von den Krankenkassen übernommen werden. Sparmaßnahmen im Gesundheitssystem dürften nicht auf Kosten von Kranken und Pflegebedürftigen erfolgen.
Fraktion Bürger für Stralsund / FDP / VR+
Kreistag Vorpommern-Rügen
