Die Fraktion Bürger für Stralsund / FDP / VR+ im Kreistag Vorpommern-Rügen fordert nach dem tragischen tödlichen Unfall eines Radfahrers bei Wismar endlich ein entschlossenes Umdenken der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern beim Thema Fahrradinfrastruktur.
Der Fahrradtourismus zählt zu den wachstumsstärksten Bereichen der touristischen Entwicklung – gerade in unserem Bundesland. Doch während Mecklenburg-Vorpommern als Fahrradland wirbt, verweigert das zuständige Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit offenbar die Anerkennung der realen Herausforderungen. Für dringend notwendige Maßnahmen stehen auch im Jahr 2025 im Landkreis Vorpommern-Rügen keine ausreichenden Mittel zur Verfügung.
„Muss es wirklich erst zu tödlichen Unfällen kommen, bevor das Ministerium handelt?“, fragt Fraktionsvorsitzender Gerd Scharmberg. „Die Realität auf vielen Landesstraßen ist alarmierend. Es fehlt nicht an Konzepten, sondern am politischen Willen, längst erkannte Probleme endlich anzugehen.“
Ein besonders eklatantes Beispiel: Der Zustand des straßenbegleitenden Radwegs zwischen Wieck und Born auf dem Darß. Trotz eindeutiger Beschlüsse und Voten des Kreistags bewegt sich hier seit Jahren nichts. Das Problem ist kein Einzelfall – es zieht sich durch den gesamten Landkreis und betrifft zahlreiche Landesstraßen in touristisch hochrelevanten Regionen.
Auch die sich wandelnden Anforderungen an die Infrastruktur werden im Ministerium offenbar nicht ernst genommen. Mit dem zunehmenden Aufkommen von E-Bikes, Lastenrädern und dem generell älter werdenden touristischen Publikum verändern sich Geschwindigkeit, Breite und Sicherheitsanforderungen an Radwege grundlegend. Doch diese Entwicklung wird von der Landesregierung weitgehend ignoriert. Die Folge: Radfahrende sind vielerorts gezwungen, auf Straßen auszuweichen, die in keiner Weise für den Mischverkehr geeignet sind – mit absehbaren, teils tödlichen Konsequenzen.
„Es reicht nicht, schöne Werbeslogans zu verbreiten, wenn in der Realität keine Sicherheit für Radfahrende gewährleistet wird“, betont der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Thomas Haack. „Wer den Fahrradtourismus ernsthaft fördern will, muss in moderne, sichere Infrastruktur investieren.“
Mathias Löttge, ebenfalls stellvertretender Fraktionsvorsitzender, warnt: „Der Landkreis Vorpommern-Rügen lebt vom Tourismus. Wer hier weiterhin auf schöne Sonntagsreden statt auf Investitionen setzt, gefährdet langfristig unsere Wettbewerbsfähigkeit – und im schlimmsten Fall Menschenleben.“
Die Fraktion fordert deshalb ein landesweites Sofortprogramm für den Ausbau und die Modernisierung der Radwege an Landesstraßen. Dazu gehört auch ein ehrlicher Blick auf das Haushaltsbudget des Landes – denn wer die Bedeutung des Fahrradtourismus ernst nimmt, muss ihn auch konsequent fördern.
„Touristische Entwicklung ist kein Selbstläufer“, so Scharmberg abschließend. „Es reicht nicht, mit Broschüren und Imagekampagnen schöne Bilder zu zeichnen, während auf den Straßen die Realität gefährlich bleibt. Wer Radurlaub in Mecklenburg-Vorpommern anbietet, muss für Sicherheit sorgen – und zwar jetzt.“
