Seit Monaten liegt der Öltanker Eventin mit tausenden Tonnen Öl vor Rügen – und seit Monaten kritisieren wir, dass deutsche Behörden tatenlos zusehen, wie Natur, Umwelt und Tourismus einem unkalkulierbaren Risiko ausgesetzt werden. Die vor einigen Tagen erneut erschienenen Berichte in der Ostsee-Zeitung machen unmissverständlich deutlich: Das Problem ist erkannt – doch es passiert nichts. Die Herbststürme verschärfen die Lage weiter. Das Abwarten der Behörden ist keine Option mehr, sondern selbst Teil des Problems.
„Die deutschen Behörden sehen seit Monaten tatenlos zu – das ist verantwortungslos. Jeder Tag ohne Entscheidung erhöht das Risiko eines Umweltschadens, den man nie wieder zurückdrehen kann“, sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Mathias Löttge.
Auch aus Sicht der Kreispolitik ist das Treibenlassen staatlicher Stellen ein unhaltbarer Zustand. Dr. Carmen Kannengiesser betont: „Wir reden hier nicht über ein abstraktes Risiko. Wir reden über eine reale Gefährdung einer der sensibelsten Naturräume Deutschlands – und über vorsätzliches Nichtstun von Behörden, die genau dafür zuständig sind, Schaden abzuwenden.“
Die Fraktion macht dabei deutlich, dass der Schaden nicht nur ökologisch wäre, sondern auch wirtschaftlich: „Ein einziger Fehler, ein einziger Sturm in der falschen Stunde – und der Tourismus auf der Insel Rügen trägt die Folgen jahrelang. Dass Behörden in dieser Situation auf Zeit spielen, ist politisch wie fachlich hochgradig unverantwortlich“, so Jörg Burwitz.
Die Fraktion Bürger für Stralsund / FDP / VR+ unterstützt ausdrücklich die Forderungen von Bürgerinitiativen und Umweltverbänden, die seit Monaten auf das Risiko hinweisen und statt jurischem Stillstand konkrete Entscheidungen verlangen. Die Verantwortung für die Vermeidung einer Umweltkatastrophe liegt jetzt eindeutig bei den zuständigen deutschen Behörden – nicht mehr beim Wetter und nicht mehr bei Gerichten.
„Dieses Verschieben, Abwarten und Zuständigkeiten-Verbauen muss sofort aufhören. Wir erwarten umgehend Lösungen, Entscheidungen und Maßnahmen – nicht irgendwann, sondern jetzt“, erklärt zum Abschluss der Fraktionsvorsitzende Gerd Scharmberg.
Fraktion BfS/FDP/VR+
Kreistag Vorpommern-Rügen
