Umweltkatastrophe droht – Eisgang erhöht Gefahr täglich – Politisches Versagen gefährdet Region
Vorpommern-Rügen – Die Fraktion Bürger für Stralsund/FDP/VR+ im Kreistag Vorpommern-Rügen schlägt Alarm: Der seit Monaten vor Rügen liegende russische Öltanker "Eventin" entwickelt sich zu einer immer größeren Bedrohung für die gesamte Region. Während Bundesregierung und Landesregierung weiter untätig bleiben, steigt das Risiko einer Umweltkatastrophe mit jedem Tag.
100.000 Tonnen Öl – eine tickende Zeitbombe
Der manövrierunfähige Tanker liegt mit rund 100.000 Tonnen russischem Rohöl beladen in unmittelbarer Nähe besonders schutzwerter Küsten- und Boddengebiete. Die winterlichen Bedingungen mit Frost und Eisbedeckung erhöhen die Gefahr von Rumpfschäden durch Eispressungen und Materialversprödung dramatisch. Ein Ölaustritt hätte verheerende Folgen für die Ostsee, die Küstenregionen, Schutzgebiete, die Fischerei und den für die Region lebenswichtigen Tourismus.
Fraktionsvorsitzender Gerd Scharmberg kritisiert das Zögern der Bundesregierung scharf. Die Hinweise der höchstrichterlichen Rechtsprechung seien eindeutig – ein weiteres Festhalten des Tankers sei rechtlich nicht mehr gedeckt. Dennoch klammere sich die Bundesregierung an ihre Verteidigungslinie, anstatt Umwelt, Natur und wirtschaftliche Stabilität der Region zu schützen. Berlin setze sich mit seiner politischen Sturheit zunehmend in Widerspruch zur geltenden Rechtslage.
Landesregierung MV versagt auf ganzer Linie
Auch die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern bleibt nach Ansicht der Fraktion weit hinter ihrer Verantwortung zurück. Stellvertretender Fraktionsvorsitzender Thomas Haack macht deutlich: Schwerin verhalte sich so, als ginge es um ein abstraktes Verwaltungsproblem – dabei gehe es um die Sicherheit der Küste und das Vertrauen Zehntausender Menschen, die hier leben und arbeiten. Die Fraktion erwarte endlich klare Worte aus dem Land, nicht nur stille Beobachtung aus der zweiten Reihe.
Existenzielle Bedrohung wächst täglich
Die Risiken, die mit dem Verbleib des Schiffes vor der Küste verbunden sind, werden zunehmend drängender. Dr. Carmen Kannengiesser, Kreistagsmitglied der Fraktion, warnt: Die Region spreche über ein ökologisches Worst-Case-Szenario. Ein Tanker mit 100.000 Tonnen Rohöl, der ungesichert in den Gewässern liege, sei ein unnötiges Risiko. Die Natur lasse solche Verzögerungen nicht zu – jeder weitere Tag erhöhe die Gefahr eines katastrophalen Schadens.
„Wer jetzt weiter abwartet, nimmt eine Umweltkatastrophe billigend in Kauf. Das ist nicht nur juristisch fragwürdig, sondern gefährdet ganz konkret Umwelt, Natur und wirtschaftliche Stabilität unserer Region", erklärt Mathias Löttge, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Fraktion Bürger für Stralsund/FDP/VR+. „Der Kreistag hat klar entschieden. Doch Beschlüsse ohne Konsequenzen sind wertlos. Wer jetzt weiter abwartet, nimmt eine Umweltkatastrophe billigend in Kauf. Das ist unverantwortlich."
Einstimmiger Kreistagsbeschluss zeigt Dringlichkeit
Der Kreistag Vorpommern-Rügen hat auf Initiative der Fraktion Bürger für Stralsund/FDP/VR+ am 15. Dezember 2025 einstimmig beschlossen, an die Bundesregierung und die Landesregierung zu appellieren, unverzüglich zu handeln. Der Appell richtet sich insbesondere an das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV), die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) sowie das Havariekommando.
Der Kreistag stellt fest, dass die höchstrichterliche Klärung der Rechtslage eindeutig signalisiert: Ein fortgesetztes Festhalten des Schiffes ist nicht mehr durch die geltenden gesetzlichen Voraussetzungen gedeckt. Diese Hinweise verpflichten die Bundesregierung zu einer umgehenden Entscheidung zugunsten der Freigabe.
Landkreis hat vitales Interesse an Lösung
Der Landkreis Vorpommern-Rügen betont sein berechtigtes und erhebliches Interesse an einer sofortigen Lösung. Trotz fehlender unmittelbarer Zuständigkeit für See- und Bundeswasserstraßen trägt der Landkreis Verantwortung für Küstenschutz, Umweltbelange, Tourismuswirtschaft und Katastrophenschutz. Der Tourismus als wichtigster Wirtschaftszweig der Region und die einzigartige Natur der Boddenlandschaft stehen auf dem Spiel.
Konkrete Forderungen
Die Fraktion Bürger für Stralsund/FDP/VR+ fordert:
- Sofortige Freigabe der "Eventin" durch die zuständigen Bundesbehörden
- Beendigung der Einschränkungen und Auflagen auf Basis der höchstrichterlichen Hinweise zur Rechtslage
- Aktives Eingreifen der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern im Aufsichts- und Koordinierungsgefüge statt passivem Abwarten
- Unverzügliche Beseitigung der Gefahr für Umwelt, Wirtschaft und Tourismus in der Region
Die Fraktion wird die Entwicklung weiter aufmerksam verfolgen und nicht nachlassen, bis diese existenzielle Bedrohung für die Region beseitigt ist.
Über die Fraktion Bürger für Stralsund/FDP/VR+:
Die Fraktion Bürger für Stralsund/FDP/VR+ vertritt im Kreistag Vorpommern-Rügen die Interessen der Bürger mit einem Schwerpunkt auf wirtschaftlicher Vernunft, Umweltschutz und regionaler Entwicklung.
Fraktion BfS/FDP/VR+
Kreistag Vorpommern-Rügen
