Die Fraktion Bürger für Stralsund / FDP / VR+ im Kreistag Vorpommern-Rügen fordert die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern mit Nachdruck auf, ihrer Verantwortung für die Sanierung der Wasserburg Divitz endlich gerecht zu werden. Das jahrhundertealte Baudenkmal ist ein einzigartiges Zeugnis der Landesgeschichte – sein drohender Verfall wäre ein kultureller und historischer Verlust von landesweiter Tragweite.
„Die Wasserburg Divitz ist nicht irgendein Gebäude – sie ist ein bedeutender Teil der Identität unseres Landkreises und ein Kulturerbe von nationalem Rang,” erklärt Fraktionsvorsitzender Gerd Scharmberg. „Der Landrat muss gegenüber der Landesregierung unmissverständlich klar machen: Hier ist sofortiges Handeln gefragt. Jeder weitere Verzug beschleunigt den Substanzverlust und macht die Sanierung teurer.”
Die Fraktion erinnert daran, dass es unter der vorhergehenden Landesregierung bereits konkrete Zusagen für eine finanzielle Unterstützung gab. Diese seien jedoch nach den Landtagswahlen von der neuen rot-roten Landesregierung ersatzlos gestrichen worden. Mathias Löttge, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, betont: „Das ist ein klarer Wortbruch gegenüber der Region. Statt die damals zugesagten Mittel bereitzustellen, herrscht nun völlige Funkstille. Nicht einmal eine neue Absichtserklärung liegt vor – dieses Desinteresse ist beschämend.”
Neben der dringend notwendigen baulichen Sicherung sieht die Fraktion großes Potenzial für die Zukunft: „Mit einer denkmalgerechten Sanierung könnte die Wasserburg Divitz zu einem überregional bedeutenden Bildungs-, Kultur- und Tourismuszentrum entwickelt werden,” erklärt Brunhild Steinmüller, sachkundige Einwohnerin im Kultur- und Bildungsausschuss. „Schulprojekte, Ausstellungen, kulturelle Veranstaltungen – all das würde nicht nur die Burg beleben, sondern auch die Region wirtschaftlich stärken. Ohne die finanzielle und strukturelle Unterstützung des Landes wird dieses Potenzial jedoch ungenutzt bleiben.”
Die Fraktion fordert den Landrat auf, umgehend in konkrete Verhandlungen mit dem zuständigen Ministerium einzutreten und verbindliche Förderzusagen einzufordern. „Es gab einmal die Zusage, dieses historische Juwel zu retten – jetzt gibt es nicht einmal mehr leere Versprechungen. Das ist ein politischer Rückschritt, den wir nicht hinnehmen werden,” so Scharmberg abschließend. „Wir brauchen jetzt klare Zusagen, konkrete Förderbeträge und eine verlässliche Perspektive für die Rettung dieses einmaligen Kulturerbes.”
