Die Fraktion Bürger für Stralsund/FDP/VR+ hat eine schriftliche Anfrage an die Kreisverwaltung gerichtet, in der sie zentrale Herausforderungen für Städte und Gemeinden im Landkreis thematisiert. Anlass ist der offene Brief des Bürgermeisters von Hiddensee, Thomas Gens, der bundesweit Aufmerksamkeit erregt hat. Darin kritisiert er unter anderem die Prioritätensetzung der Bundespolitik – insbesondere die hohen Militärausgaben im Vergleich zur mangelhaften finanziellen Ausstattung der Kommunen – und fordert mehr Investitionen in soziale und infrastrukturelle Projekte vor Ort.
„Die geschilderten Probleme sind kein Einzelfall“, betont Mathias Löttge, stellvertretender Fraktionsvorsitzender. „Was auf Hiddensee besonders spürbar ist, betrifft in ähnlicher Form viele Städte und Gemeinden unseres Landkreises – ob auf dem Darß, in Stralsund oder in den ländlichen Räumen.“
Gens verweist im offenen Brief auf konkrete Herausforderungen: fehlende Mittel für die Sanierung und Digitalisierung der Schule, Bau einer Schulsporthalle, Hochwasserschutz und Hafenausbau. Zwar wurde für MV ein Sondervermögen von rund 1,92 Milliarden Euro angekündigt, doch laut Gens kommt davon bei den kleinen Gemeinden bislang kaum etwas an.
Die Anfrage der Fraktion enthält deshalb gezielte Fragen an die Kreisverwaltung – etwa zur Strategie für die öffentliche Daseinsvorsorge, zur Koordinierung von Tourismus- und Verkehrsbelastungen, zur Unterstützung strukturschwacher Kommunen und zum Austausch zwischen Verwaltung und kommunalen Gremien. Ebenso wird nach einem strategischen Gesamtkonzept gefragt, das die Interessen von Einwohnern, Verwaltung, Tourismus und Naturschutz miteinander in Einklang bringt.
„Unsere Kommunen brauchen klare Signale und verlässliche Unterstützung aus dem Kreishaus“, sagt Gerd Scharmberg, Fraktionsvorsitzender. „Wer die Eigenverantwortung der Gemeinden stärken will, muss ihnen auch konkrete Wege zur Problemlösung eröffnen.“
Auch der zweite stellvertretende Fraktionsvorsitzende Thomas Haack betont: „Es ist höchste Zeit für ein gemeinsames Umdenken. Der Dialog zwischen Landkreis und Kommunen muss endlich auf Augenhöhe stattfinden – und mit einem echten Verständnis für die regionalen Realitäten.“
Die Fraktion fordert eine ehrliche Analyse der Lage und ein stärkeres Bewusstsein für die strukturellen Veränderungen im Kreisgebiet. „Nur mit verlässlicher Unterstützung und transparenter Kommunikation zwischen Landkreis und Kommunen kann die Region zukunftsfähig gestaltet werden“, so die Fraktion abschließend.
