Die weltweite Bedeutung Caspar David Friedrichs bietet für die Insel Rügen und den gesamten Landkreis Vorpommern-Rügen enorme Chancen im Kultur- und Qualitätstourismus. Dennoch, so die Einschätzung der Fraktion Bürger für Stralsund / FDP / VR+ im Kreistag Vorpommern-Rügen, wird das Potenzial des berühmtesten Sohnes der Region bislang nicht annähernd ausgeschöpft. Vor diesem Hintergrund hat die Fraktion eine umfassende Anfrage an den Landrat gestellt, um zu klären, wie der Landkreis künftig stärker von der Strahlkraft des Künstlers profitieren kann.
Den inhaltlichen Schwerpunkt der Initiative trägt Dr. Carmen Kannengiesser, die seit Jahren auf die besondere Bedeutung eines hochwertigen, kulturorientierten Marketings für die Region hinweist.
„Caspar David Friedrich ist eine internationale Kulturmarke von außergewöhnlichem Wert“, betont Dr. Kannengiesser. „Seine Motive sind untrennbar mit Rügen und Vorpommern verbunden. Wenn wir dieses Erbe nicht konsequent für ein anspruchsvolles, nachhaltiges touristisches Profil nutzen, verschenken wir Chancen, die uns kaum eine andere Region Deutschlands in dieser Form bietet.“
Sie verweist darauf, dass viele Besucher wegen der Landschaften kommen, die Friedrich weltberühmt gemacht hat. „Es geht nicht darum, kurzfristige Effekte zu erzielen, sondern die kulturelle Identität der Region langfristig zu stärken und wirtschaftlich klug zu nutzen“, so Dr. Kannengiesser weiter.
In der Anfrage der Fraktion Bürger für Stralsund / FDP / VR+ an den Landrat wird unter anderem thematisiert:
- Welche konkreten Marketingmaßnahmen der Landkreis bisher nutzt.
- Mit welchen Partnern – Museen, Kurverwaltungen, kulturellen Einrichtungen und dem Land Mecklenburg-Vorpommern – zusammengearbeitet wird.
- Welche nachhaltigen Strategien über das Jubiläumsjahr 2024 hinaus geplant sind.
- Wie groß das wirtschaftliche Potenzial einer intensiveren Vermarktung eingeschätzt wird.
- Welche Unterstützung regionale Akteure benötigen, um das Erbe Friedrichs dauerhaft im touristischen Angebot zu verankern.
Auch weitere Mitglieder der Fraktion unterstützen das Anliegen ausdrücklich.
Der Fraktionsvorsitzende Gerd Scharmberg hebt vor allem die wirtschaftlichen Chancen hervor:
„Die Marke ‚Caspar David Friedrich‘ ist ein Magnet. Wir erleben, dass Kulturreisende deutlich höhere Ausgaben tätigen und zugleich zu einer ausgeglichenen saisonalen Besucherstruktur beitragen. Wenn der Landkreis dieses Potenzial professionell bündelt, stärkt das Wirtschaft, Arbeitsplätze und die regionale Identität gleichermaßen.“
Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Thomas Haack betont die Notwendigkeit klarer Strategien:
„Wir brauchen nicht einzelne Leuchttürme, sondern ein durchdachtes Gesamtkonzept – von Themenwegen über digitale Angebote bis hin zu hochwertigen Ausstellungen. Andere Regionen investieren massiv in Kulturprofile. Vorpommern-Rügen hat hier einen natürlichen Wettbewerbsvorteil, den wir endlich konsequent nutzen sollten.“
Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Mathias Löttge verweist auf die Bedeutung für die Außenwirkung des Landkreises:
„Caspar David Friedrich hat Bilder geschaffen, die weltweit sofort wiedererkennbar sind. Diese internationale Strahlkraft bildet einen idealen Anker, um die Region als Kulturlandschaft mit einzigartigem Charakter zu positionieren. Der Landkreis sollte dieses Potenzial aktiv bündeln und sichtbar machen.“
Die Fraktion Bürger für Stralsund / FDP / VR+ betont, dass es bei der Anfrage nicht um Kritik, sondern um eine konstruktive Weiterentwicklung der touristischen Strategie gehe.
„Wir wollen, dass der Landkreis seine Chancen nutzt“, fasst Dr. Carmen Kannengiesser zusammen. „Caspar David Friedrich ist Teil unserer regionalen Identität – und eine große Chance für die kommenden Jahrzehnte.“
Fraktion BFS/FDP/VR+
Kreistag Vorpommern-Rügen
