Die Fraktion Bürger für Stralsund / FDP / VR+ im Kreistag Vorpommern-Rügen spricht eine deutliche Warnung aus: Das LNG-Terminal im Hafen Mukran ist nicht nur eine ökologische und wirtschaftliche Fehlkonstruktion, sondern ein Paradebeispiel für politische Kurzsichtigkeit auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger unserer Region.
Dr. Carmen Kannengiesser, Kreistagsmitglied, erklärt:
„Dieses Projekt ist ein Lehrstück dafür, wie politische Symbolpolitik Natur, Anwohner und Verstand ignoriert. Sensiblen Küstenökosystemen wird der Garaus gemacht, während die Betreiber Generatoren laufen lassen, die Lärm und Abgase in die Region blasen. Das Vorsorgeprinzip des Umweltrechts wird hier mit Füßen getreten – und die Bundesregierung schaut zu.“
Die Zusagen, die Politik und Betreiber den Menschen gegeben haben, sind leere Versprechen. Technische Lösungen wie eine landgestützte Stromversorgung für den Betrieb wurden nicht umgesetzt. Die Bevölkerung zahlt den Preis für eine Planung, die weder modern noch nachhaltig ist.
Gerd Scharmberg, Fraktionsvorsitzender, kommentiert scharf:
„Man hat den Menschen versprochen, dass dieses Terminal störungsfrei und emissionsarm läuft. Die Realität: ein Dauerlärm, stinkende Abgase und eine industrielle Großanlage mitten in einer Küstenregion, die vor Lebensqualität nur so strotzt. Das ist Betrug an der Region.“
Neben der Umweltbelastung offenbart das Terminal logistische und wirtschaftliche Schwächen, die es unmöglich machen, von einem stabilen Beitrag zur deutschen Gasversorgung zu sprechen. Zahlreiche bestehende LNG-Terminals sind bereits unterausgelastet – das Prestigeprojekt Mukran liefert in Wirklichkeit keinen Beitrag zur Versorgungssicherheit, ist aber teuer und riskant.
Mathias Löttge, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, verdeutlicht:
„Milliarden werden in ein Prestigeprojekt gepumpt, das weder wirtschaftlich tragfähig noch energiewirtschaftlich notwendig ist. Das Terminal ist ein Monument politischen Versagens – ein Symbol dafür, wie Ideologie Vorrang vor Sachverstand bekommt.“
Thomas Haack, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, fordert:
„Bundes- und Landesregierung müssen endlich Farbe bekennen. Wir erwarten konkrete Maßnahmen, um die offensichtlichen Missstände zu beheben. Wenn Politik zulässt, dass Zusagen gebrochen und Umweltstandards aufgeweicht werden, verliert sie ihre Legitimation.“
Forderungen der Fraktion:
- Unabhängige Neubewertung der Umwelt- und Lärmbelastungen
- Sofortige Umsetzung technischer Maßnahmen zur Emissions- und Lärmreduzierung
- Vollständige Transparenz über Kosten, Subventionen und Betrieb
- Energiepolitische Gesamtprüfung des LNG-Standorts unter realistischen Versorgungsszenarien
Die Region Vorpommern-Rügen darf nicht länger zum Versuchsfeld fehlgeleiteter Energiepolitik gemacht werden. Das LNG-Terminal in Mukran ist ein politisches Prestigeprojekt auf Kosten von Natur, Anwohnern und rationaler Energieplanung – Kritiker hatten recht. Es ist höchste Zeit, dass Verantwortliche handeln, bevor der Schaden irreversibel wird.
Fraktion BfS/FDP/VR+
Kreistag Vorpommern-Rügen
